"new futures for learning in the digital age"
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Biografie
Name: Seymour Papert
Titel: Kann der Gebrauch von Digitaltechnik zu wirkungsvollerem Lernen und besseren Lernmodellen führen?
Datum: Montag, 17. Mai 2004.
Zeit: 14.15 –15.45 Uhr
Seymour Papert zählt seit über 40 Jahren zu den kühnen Visionären bei der Entwicklung eines neuen Verständnisses der Denk- und Lernweise von Kindern. Das Seymour Papert Institute und der "Learning Barn" in Blue Hill im US-Staat Maine sind Zeugnis seiner langjährigen, bedeutenden Karriere in in den Bereichen Kybernetik, künstliche Intelligenz, angewandte Mathematik, Digitaltechnologie und Bildung.

Herr Papert stammt aus Südafrika, wo er sich in den frühen 50-er Jahren als Aktivist gegen die Apartheid engagierte. Mit Anfang 20 trat er der Witwaterstrand Universität bei. Nach seiner Promovierung absolvierte er ein Forschungsstipendium an der Cambridge University in England, wo er erstmals den Bereich Mathematik mit dem aufkommenden Gebiet künstliche Intelligenz in Verbindung brachte.

Er arbeitete vier Jahre lang in Genf mit Jean Piaget als Wissenschaftler an der Erforschung neuer Dimensionen im Lernverhalten von Kindern.

Herr Papert wurde 1964 zum Beitritt der Fakultät des Massachusetts Institute of Technology aufgerufen, wo er mit Marvin Minsky an der Gründung des Artificial Intelligence Lab arbeitete. Er entwickelte das Computersprachkonzept LOGO und neue Konzepte für Computer und Bildung mit hohen Zuschüssen der National Science Foundation. Die LOGO-Sprache wird heute weltweit angewandt und für den Gebrauch neuer Technologien zur Entwicklung in afrikanischen und südamerikanischen Ländern sowie in Europa und den USA adaptiert. Gemeinsam mit Alan Kay war Herr Papert ein Pionier bei der Entwicklung erster Konzepte der Anwendung von Computern durch Kinder, welche zu Herrn Kays Entwicklung des ersten Konzepts eines Laptop-Computers führten. 1985 war Herr Papert Gründungsmitglied des Media Laboratory der MIT, mit dem er auch nach seinem Wechsel zum Emeritus-Status in aktivem Kontakt steht. In Anerkennung seiner führenden Rolle verleihte die Lego Company dem Lab den Titel "Lego-Papert Chair of Learning Research".

Herr Papert ist Autor zahlreicher Bücher, zum Beispiel: Mindstorms: Children, Computers and Powerful Ideas (1980), The Children’s Machine (1993), und The Connected Family (1996). "Mindstorms" gilt heute als Grundlektüre zum Thema Computer und Pädagogik.

Herr Papert hat bereits viele Auszeichnungen erhalten und hält heute den Titel des "Distinguished Visiting Scientist" der Abteilung Computerwissenschaft der University of Maine. Im Oktober 2001 zählte das Magazin "Newsweek" Herrn Papert zu den führenden 10 Innovatoren des Landes im Bereich Bildung.

Obwohl er überwiegend in den USA tätig ist, hat Herr Papert in vielen anderen Ländern führend an Innovationen bei der Anwendung digitaler Technologien mitgewirkt. Von 1981 bis 1983 verbrachte er auf Einladung der französischen Regierung zwei Jahre mit dem Aufbau eines Informatik- und Entwicklungszentrums. Mitte der 80-er Jahre arbeitete er mit dem costa-ricanischen Präsidenten Oscar Arias an der Entwicklung eines landesweiten Programms der intensiven Anwendung von Computern im gesamten öffentlichen Bildungssystem. Costa Rica hat heute die höchste Bildungsrate Südamerikas und dient weiterhin als Modell eines großangelegten Einsatzes von Computertechnologien im öffentlichen Bildungssystem. Herr Papert hat auch in verschiedenen anderen südamerikanischen Ländern sowie in Japan und in Thailand mit Innovatoren zusammengearbeitet.

In den letzten Jahren hat sich Herr Papert auf fortgeschrittene Projekte auf amerikanischem Boden konzentriert. In Zusammenarbeit mit Bildungsfachleuten in Iowa hat er aufgezeigt, wie der pädagogische Gebrauch robotischer Konstruktionen den Bedürfnissen sehr junger Kinder, Jungen und Mädchen, angepasst werden kann. Er war der ausschlaggebende Einfluss bei der Überzeugung des Gouverneurs des US-Staats Maine, Angus King, in den Jahren 2002 und 2003 als erster Staat der USA Einzelcomputerunterricht in Form von Laptops in allen siebten und achten Klassen einzuführen. Er hat ebenso an bahnbrechenden Erneuerungen des Bildungssystems in Jugend-Justizvollzugsanstalten des Staats Maine mitgewirkt.

1999 rief Seymour Papert in Blue Hill, Maine, den "Learning Barn" und das Seymour Papert Institute ins Leben. Das gemeinnützige Institut ist ein Verfechter neuer Lern- und Technologiekonzepte und berät neue Ansätze suchende Regierungen, internationale Organisationen und Gemeinden.
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